Monatsausgabe · Marktdaten bis 31.08.2026
August 2026: Rekordanteil und Ruhe vor dem Zinsstreit
Der Anteil der Optionen am Verfallstag am SPX-Volumen erreichte im Juli mit 66,2 Prozent einen Rekord, während die implizite Volatilität im August auf das Jahrestief fiel. Ausgerechnet am Tag der Jackson-Hole-Rede war der VIX am tiefsten; gedreht hat das Bild erst der letzte Handelstag des Monats.
- Ausgabe
- 02 / August 2026
- Erschienen
- 02.09.2026
- Datenstand
- 31.08.2026
- Lesezeit
- 10 Min.
Zwei von drei SPX-Optionskontrakten verfallen inzwischen am Tag ihres Handels: Die CBOE weist für den Juli einen Rekordanteil von 66,2 % aus. Der August brachte dazu die ruhigste Marktphase des Jahres, mit einem VIX von 14,13 am 28.08. auf dem Jahrestief, bevor der Ölpreis am letzten Handelstag wieder Bewegung brachte.
Diese zweite Ausgabe deckt den Zeitraum bis zum 31.08.2026 ab. Die 0DTE-Kennzahlen stammen aus der Juli-Volumenstatistik der CBOE, die am 05.08.2026 erschien; die August-Statistik lag zum Redaktionsschluss noch nicht vor. Was der Report ist und wie er entsteht, erklärt die Report-Übersicht, das Fundament zu den Kontrakten liefert die Startseite zu 0DTE Optionen.
Rekordanteil beim 0DTE-Handel, Rekordruhe bei der Volatilität. Der 0DTE-Anteil am SPX-Volumen kletterte im Juli auf 66,2 %, der VIX fiel am 28.08. auf 14,13 und damit auf den tiefsten Stand des Jahres. Der SPX schloss den Monat bei 7.686,14 Punkten, rechnerisch 2,6 % über dem Juli-Schluss von 7.489,72. Der DAX überschritt am 03.08. erstmals die Marke von 26.000 Punkten und markierte am 28.08. intraday 26.618,74 Punkte. Für den Umschwung sorgte der 31.08., als der Ölpreis nach US-Angriffen in der Straße von Hormus ansprang. Gegenläufig lief Europa: Die Tagesoption auf den EURO STOXX 50 verlor 44,3 % ihres Monatsvolumens.
Marktumfeld: Rekorde diesseits und jenseits des Atlantiks
Der August begann mit einer Entspannung. Nachdem die geplanten US-Angriffe auf den Iran abgesagt wurden, fiel der Ölpreis und die Aktienmärkte zogen an: Der S&P 500 gewann am 03.08. 1,48 % auf 7.600,50 Punkte, der Dow Jones schloss mit 53.178,41 Punkten auf einem Rekord. Einen Tag später stand auch der SPX wieder auf Rekordniveau, der Dow überschritt erstmals die Marke von 54.000 Punkten.
Rückenwind kam am 12.08. von der Inflationsseite. Der US-Verbraucherpreisindex stieg im Juli saisonbereinigt um 0,1 % zum Vormonat, nach einem Rückgang um 0,4 % im Juni; die Jahresrate sank von 3,5 auf 3,4 %. Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel legte um 0,2 % zum Vormonat und 2,5 % zum Vorjahr zu. Rund zwei Drittel des Monatsanstiegs entfielen auf die Wohnkosten.
In Deutschland fiel eine runde Marke: Der DAX schloss am 03.08. mit 26.001,31 Punkten erstmals über 26.000, markierte am 11.08. einen Rekordschluss bei 26.391 Punkten und am 12.08. ein Allzeithoch bei 26.573,50 Punkten. Übertroffen wurde das erst am 28.08.: Nach der Rede des Fed-Vorsitzenden in Jackson Hole stieg der DAX um 0,77 % auf 26.569,99 Punkte und erreichte intraday 26.618,74 Punkte, den Höchststand des Monats. Den Monat beendete er am 31.08. mit einem Minus von 1,17 % bei 26.258,11 Punkten. Der SPX schloss denselben Tag 0,33 % tiefer bei 7.686,14 Punkten und lag damit rechnerisch 2,6 % über seinem Juli-Schluss von 7.489,72 Punkten.
Volatilität: das ruhigste Fenster des Jahres
Der tiefste Schlusskurs des Jahres stand am 14.08. mit 14,25 auf der Tafel, das Jahrestief überhaupt fiel zwei Wochen später: Am 28.08. rutschte der VIX intraday auf 14,13. Damit trafen zwei Zustände aufeinander, die selten zusammenpassen: Aktienindizes nahe ihren Allzeithochs und eine implizite Volatilität am unteren Rand ihrer Jahresspanne. Zur Einordnung: Im Juli reichte die Spanne der VIX-Schlusskurse noch von 15,03 bis 20,66, in der Eskalationsphase im März kletterte sie bis 31,05, mit 31,65 am 27.03. als Jahreshoch im Tagesverlauf.
Marktbeobachter verwiesen bereits während der ruhigen Phase auf die Statistik: Die Zeit von Mitte August bis Mitte Oktober gilt historisch als unruhiger Abschnitt, und eine niedrige implizite Volatilität sagt nichts darüber aus, wie stark der Markt tatsächlich schwanken wird. Sie beschreibt nur, wie viel Bewegung in den Optionspreisen eingepreist ist.
Der Zeitpunkt dieses Jahrestiefs verdient einen zweiten Blick. Es entstand am 28.08., unmittelbar nach der Rede von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh in Jackson Hole, in der dieser die Inflation als zu hoch bezeichnete und auf eine PCE-Rate von 3,7 % im Jahresvergleich verwies. Am Terminmarkt sprang die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September nach CME-Daten von 35 % am Vortag auf 59 %, die zweijährige US-Rendite legte um bis zu neun Basispunkte auf 4,32 % zu. Die Aktienmärkte trugen den Schwenk mit, statt ihn zu fürchten: Der DAX schloss auf einem Rekord, der SPX gab 0,25 % ab.
Gedreht hat das Bild erst der letzte Handelstag. US-Streitkräfte griffen am Sonntag, dem 30.08., iranische Raketenstellungen auf der Insel Larak in der Straße von Hormus an. Am Montag, dem 31.08., stieg Brent um 2,7 % auf 90,49 US-Dollar, SPX und DAX gaben nach, und die eingepreiste Zinserhöhungswette erreichte 60,4 %. Der VIX schloss trotzdem bei 14,92 und damit weiter unter 15. Ob aus dem Ruck ein Regimewechsel wird, zeigt erst der September.
Für den VIX1D, den Ein-Tages-Volatilitätsindex der CBOE, lagen auch für den August keine belastbaren Verlaufsdaten aus frei zugänglichen Quellen vor. Die in der Juli-Ausgabe angekündigte Auswertung bleibt damit offen. Was implizite Volatilität im Preis einer Option bewirkt, erklärt der Glossar-Eintrag zur impliziten Volatilität.
0DTE-Volumen: 66,2 Prozent des SPX-Handels
Die am 05.08.2026 veröffentlichte Juli-Statistik der CBOE brachte den bislang höchsten ausgewiesenen Wert: 66,2 % des gesamten SPX-Optionsvolumens entfielen auf Kontrakte mit Verfall am selben Tag. Den zuvor höchsten Wert aus einer Monatsstatistik hatte die CBOE mit 63 % für den Februar 2026 genannt; eine Investorenpräsentation wies für den Mai 2026 bereits 65 % aus, allerdings auf anderer Berechnungsbasis. Für das zweite Quartal ergeben sich rechnerisch 61 %, im Jahresschnitt 2025 waren es 59 %. Der Anteil ist damit binnen anderthalb Jahren von knapp drei Fünfteln auf zwei Drittel gestiegen.
Auffällig war zusätzlich die kleinere Kontraktgröße: Die Mini-SPX-Option XSP erreichte im Juli ein Monatsrekord-Tagesvolumen von 238.000 Kontrakten, davon 138.000 mit Verfall am selben Tag, ebenfalls ein Rekord. Da ein XSP-Kontrakt ein Zehntel des SPX-Basiswerts abbildet, senkt er die Einstiegsgröße deutlich, was ihn für kleinere Konten zugänglich macht.
Der dritte Rekord betrifft die Handelszeit. In der Global-Trading-Hours-Session der CBOE, die von 20:15 bis 9:25 Uhr New Yorker Zeit läuft und damit den europäischen Vormittag abdeckt, wurden im Schnitt 224.000 Kontrakte pro Tag gehandelt, davon 197.000 in SPX-Optionen. Für Anleger in Europa ist das die praktisch relevanteste Entwicklung des Monats, weil ein wachsender Teil des Handels in die hiesigen Bürozeiten fällt. Übergreifend legte das Volumen der Index-Optionen auf 5,99 Mio. Kontrakte pro Tag zu (plus 34,0 % zum Vorjahr), das der Multi-listed Options, also der Optionen auf Einzelaktien und ETFs, auf 15,69 Mio. (plus 28,4 %). Zusammen ergibt das ein Tagesvolumen von 21,7 Mio. Kontrakten.
Die August-Volumenstatistik der CBOE erscheint erst nach dem Redaktionsschluss dieser Ausgabe. Ob der Rekordanteil in einem Monat mit deutlich niedrigerer Volatilität gehalten hat, klärt die September-Ausgabe. Was hinter den Kontrakten steckt, erklären die Grundlagen, die Kontraktdetails stehen im Produktatlas.
Was ein Vola-Tief für den Verfallstag bedeutet
Ein VIX von 14 statt 19 verändert die Rechnung am Verfallstag in beide Richtungen, und zwar nicht symmetrisch. Wer Optionen verkauft, erhält bei gleichem Abstand zum aktuellen Kurs weniger Prämie. Wer die gewohnte Prämie einnehmen möchte, muss näher an den Kurs heran und verkleinert damit genau den Puffer, der die Position bei einer Gegenbewegung schützt.
Auf der Käuferseite kehrt sich das Verhältnis um: Absicherungen und direktionale Positionen sind günstiger, verlieren aber weiter über den Tag an Zeitwert, wenn die erwartete Bewegung ausbleibt. Der aus den Optionspreisen abgeleitete Expected Move schrumpft mit der impliziten Volatilität, und genau darin liegt das eigentliche Risiko einer ruhigen Phase: Ein einzelner Nachrichtentag wie der 31.08. kann die eingepreiste Tagesspanne deutlich überschreiten, während die Positionsgrößen noch auf das ruhige Umfeld ausgelegt sind.
Der Report leitet daraus keine Handlungsempfehlung ab. Wie stark kleine Kursbewegungen nahe dem Verfall auf den Optionspreis durchschlagen und warum die Verlustseite bei Stillhalter-Positionen anders aussieht als die Gewinnseite, behandelt der Bereich Risiko; die einzelnen Aufbauten erklärt der Bereich Strategien.
EUREX: die Tagesoptionen laufen in die andere Richtung
Die EUREX handelte im Juli 160,6 Mio. Kontrakte und lag damit 16 % über dem Vorjahresmonat. Die Zinsderivate trugen den Zuwachs mit 92,8 Mio. Kontrakten (plus 23 %), die Aktienderivate kamen auf 21,9 Mio. (plus 18 %), die Index-Derivate auf 45,8 Mio. (plus 3 %). Der Rückgang gegenüber den 236,6 Mio. Kontrakten des Juni erklärt sich zu einem großen Teil aus dem Verfallstermin im Juni und dem ruhigeren Sommerhandel.
Für die beiden Tagesoptionen selbst weist die Monatsstatistik der EUREX klare Zahlen aus. Die DAX-Tagesoption ODAP kam im August auf 59.399 Kontrakte, das sind 2.828 pro Handelstag bei 21 Handelstagen. Im Juli waren es noch 70.735 Kontrakte oder 3.075 pro Tag, ein Rückgang um 16,0 %. Die Tagesoption auf den EURO STOXX 50 fiel deutlicher: OEXP sank von 788.534 Kontrakten im Juli auf 439.337 im August, von 34.284 auf 20.921 pro Tag und damit um 44,3 %.
Das ist die eigentliche Nachricht dieser Ausgabe für den europäischen Markt: Im selben Zeitraum, in dem der 0DTE-Anteil am SPX-Volumen einen Rekord erreichte, ging der Handel in den europäischen Tagesoptionen zurück. Beide Bewegungen fallen in eine Phase historisch niedriger impliziter Volatilität, was zeigt, dass die Ruhe hier und dort unterschiedlich wirkt. Im Jahresvergleich bleibt der Aufwärtstrend intakt: ODAP liegt seit Jahresbeginn mit 535.704 Kontrakten 24,4 % über dem Vorjahreszeitraum, OEXP mit 7,38 Mio. Kontrakten 32,0 % darüber. Der August-Rückgang ist damit ein Monatswert, kein Trendbruch.
Zur Einordnung der Größenordnung: Auf einen ODAP-Kontrakt kamen im August rund sieben OEXP-Kontrakte. Gemessen an den 5,99 Mio. Index-Optionen, die die CBOE täglich zählt, bleiben beide europäischen Produkte klein. Produktdetails und Kontraktspezifikationen stehen im Bereich DAX Tagesoptionen (ODAP), die Einordnung des Vormonats in der Juli-Ausgabe.
Die auffälligen Tage des Monats
| Datum | Ereignis | Marktreaktion |
|---|---|---|
| 03.08. | Absage der geplanten US-Angriffe auf den Iran, Ölpreis gibt nach | SPX +1,48 % auf 7.600,50, Dow-Rekordschluss bei 53.178,41, DAX erstmals über 26.000 |
| 12.08. | US-Verbraucherpreise für Juli, Jahresrate sinkt auf 3,4 % | DAX-Allzeithoch bei 26.573,50 Punkten, US-Indizes nahe ihren Rekordständen |
| 14.08. | Tiefster VIX-Schlusskurs des Jahres nach drei Wochen ohne Kursschock | VIX-Schluss 14,25, SPX 7.785,76 nahe dem Rekord |
| 17.08. | Neue Drohungen aus dem Iran zur Straße von Hormus, Ölpreis und Anleiherenditen ziehen an | SPX -0,52 % auf 7.745,06, Nasdaq Composite -0,32 % auf 26.644,91 |
| 28.08. | Jackson Hole: Fed-Vorsitzender Kevin Warsh nennt die Inflation zu hoch | CME-Zinserhöhungswette September von 35 auf 59 %, zweijährige US-Rendite bis zu neun Basispunkte höher auf 4,32 %, DAX-Rekord 26.618,74, VIX-Jahrestief 14,13 |
| 31.08. | US-Angriffe vom Vortag auf iranische Raketenstellungen in der Straße von Hormus | Brent +2,7 % auf 90,49 USD, SPX -0,33 % auf 7.686,14, DAX -1,17 % auf 26.258,11 |
Der Monat teilt sich sauber: vier Wochen mit kleinen Tagesbewegungen und niedriger impliziter Volatilität, in denen selbst die Zinswende am 28.08. den VIX noch auf sein Jahrestief drückte, und dann ein einzelner Handelstag, an dem der Ölpreis das Vorzeichen umkehrte. Für den Handel am Verfallstag ist genau dieser Übergang die kritische Stelle, weil sich Positionsgrößen aus der ruhigen Phase in der bewegten nicht automatisch mitverändern.
Was im September ansteht
Anfang September veröffentlicht die CBOE ihre August-Volumenstatistik. Dann zeigt sich, ob der Rekordanteil von 66,2 % auch in einem ruhigen Monat Bestand hatte oder ob niedrigere Prämien das Volumen gebremst haben. Am 11.09. folgen die US-Verbraucherpreise für den August, und im Monatsverlauf tagt die US-Notenbank, erstmals seit langem mit einer ernsthaft diskutierten Zinserhöhung.
Der Report bewertet diese Termine nicht und leitet keine Erwartung ab; er ordnet im Rückblick ein, was messbar war. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Oktober mit den vollständigen August- und September-Zahlen.
Methodik und Datenstand
Datenstand: Marktdaten bis 31.08.2026, Redaktionsschluss 02.09.2026
Die Volumen- und Anteilszahlen stammen aus den Veröffentlichungen von CBOE und EUREX, die Inflationsdaten vom US Bureau of Labor Statistics. Kurs-, Zins- und Volatilitätsstände sind den in den Quellen genannten Marktberichten entnommen. Als rechnerisch gekennzeichnete Werte sind eigene Ableitungen aus diesen Primärzahlen.
Zur Transparenz: Bei Monatsbilanzen weichen die in Marktberichten genannten Prozentwerte je nach Berechnungsbasis voneinander ab. Maßgeblich sind hier die Schlussstände. Das Monatsplus des SPX von 2,6 % ist die eigene Rechnung aus dem Juli-Schluss von 7.489,72 und dem August-Schluss von 7.686,14 Punkten. Tagesveränderungen sind ebenfalls von Schlusskurs zu Schlusskurs gerechnet, nicht gegen die Tageseröffnung.
Beim VIX unterscheidet der Report zwischen Schlusskurs und Tagesverlauf: Der tiefste Schlusskurs des Jahres lag am 14.08. bei 14,25, der tiefste Stand überhaupt am 28.08. bei 14,13. Die 14,13 sind also ein Intraday-Wert.
Die Volumina der EUREX-Tagesoptionen ODAP und OEXP stammen aus der Monatsstatistik der EUREX, Datei monthlystat_202608.xls für den August und monthlystat_202607.xls für den Juli. Tagesdurchschnitte und Veränderungsraten sind dort ausgewiesen und nicht selbst gerechnet; der August zählte 21 Handelstage, der Juli 23.
Nicht verfügbar waren zum Redaktionsschluss: der VIX1D-Monatsverlauf und die August-Volumenstatistik der CBOE. Diese Lücken werden in der nächsten Ausgabe geschlossen, soweit die Daten dann vorliegen.
Häufige Fragen zur August-Ausgabe
- Wie hoch war der 0DTE-Anteil am SPX-Volumen im Juli 2026?
- Die CBOE weist für den Juli einen Rekordanteil von 66,2 % aus: Zwei von drei gehandelten SPX-Optionskontrakten verfielen am selben Tag. Den zuvor höchsten Wert aus einer Monatsstatistik hatte die CBOE mit 63 % für den Februar 2026 ausgewiesen; eine Investorenpräsentation nannte für den Mai 2026 bereits 65 %. Für das zweite Quartal ergeben sich rechnerisch 61 %, im Jahresschnitt 2025 waren es 59 %. Die Zahl stammt aus der Volumenstatistik vom 05.08.2026.
- Was bedeutet ein VIX auf Jahrestief für den Handel am Verfallstag?
- Ein niedriger VIX steht für niedrige implizite Volatilität und damit für niedrigere Optionsprämien. Wer Optionen verkauft, nimmt bei gleichem Abstand zum Kurs weniger ein; wer die gleiche Prämie erzielen will, muss näher an den Markt heran. Zugleich schrumpft der aus den Optionspreisen abgeleitete Expected Move, sodass ein einzelner Nachrichtentag die eingepreiste Spanne deutlich überschreiten kann. Das ist Mechanik, kein Signal in eine Richtung.
- Warum stand Ende August plötzlich eine Zinserhöhung im Raum?
- Fed-Vorsitzender Kevin Warsh bezeichnete die Inflation bei seiner Rede in Jackson Hole am 28.08.2026 als zu hoch und verwies auf eine PCE-Rate von 3,7 % im Jahresvergleich. Am Terminmarkt sprang die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im September nach CME-Daten von 35 % am Vortag auf 59 % im Freitagshandel; als Freitagsreferenz nennt die CME 56 %, am Montag, dem 31.08., waren es 60,4 %. Die zweijährige US-Rendite legte um bis zu neun Basispunkte auf 4,32 % zu. Die Aktienmärkte nahmen das gelassen auf: Der DAX schloss am 28.08. auf einem Rekord, der VIX markierte am selben Tag sein Jahrestief.
- Wie liefen die EUREX-Tagesoptionen auf DAX und EURO STOXX 50 im August?
- Beide gingen zurück. Die DAX-Tagesoption ODAP kam im August auf 59.399 Kontrakte oder 2.828 pro Handelstag, nach 70.735 Kontrakten im Juli, ein Minus von 16,0 %. Die Tagesoption auf den EURO STOXX 50 fiel von 788.534 auf 439.337 Kontrakte, von 34.284 auf 20.921 pro Tag und damit um 44,3 %. Seit Jahresbeginn liegen beide dennoch klar im Plus, ODAP um 24,4 % und OEXP um 32,0 %. Die Zahlen stammen aus der Monatsstatistik der EUREX.
- Welche Daten fehlen in dieser Ausgabe?
- Zwei Lücken sind offen: der Monatsverlauf des VIX1D, für den weiterhin keine belastbaren freien Verlaufsdaten vorliegen, sowie die August-Volumenstatistik der CBOE, die erst nach dem Redaktionsschluss erscheint. Sie werden in der nächsten Ausgabe nachgezogen, soweit die Daten dann verfügbar sind. Die in einer früheren Fassung dieser Ausgabe als Lücke geführten Monatsvolumina der EUREX-Tagesoptionen sind inzwischen aus der EUREX-Monatsstatistik ergänzt.
Quellen und Belege
- CBOE, Handelsvolumen Juli 2026 (0DTE-Rekordanteil 66,2 % am SPX-Volumen, XSP- und GTH-Rekorde), Pressemitteilung 05.08.2026Primärquelle (Börse)
- EUREX, Handelszahlen Juli 2026 (160,6 Mio. Kontrakte, Index- und Aktienderivate)Primärquelle (Börse)
- Deutsche Börse, Juli-Zahlen der EUREX (Pressemitteilung)Primärquelle (Börse)
- EUREX, Monatsstatistik August 2026 (ODAP 59.399 Kontrakte, OEXP 439.337 Kontrakte, Tagesdurchschnitte und Veränderungsraten)Primärquelle (Börse)
- EUREX, Monatsstatistik Juli 2026 (ODAP 70.735 Kontrakte, OEXP 788.534 Kontrakte)Primärquelle (Börse)
- US Bureau of Labor Statistics, Verbraucherpreisindex Juli 2026, veröffentlicht 12.08.2026Primärquelle (Behörde)
- CBOE, Volumen-Highlights Juli 2026 (66,2 % 0DTE-Anteil, XSP- und GTH-Rekorde, 21,7 Mio. Kontrakte Gesamt-ADV)Primärquelle (Börse)
- CNBC, VIX auf tiefstem Schlusskurs des Jahres 2026, 17.08.2026Marktbericht
- CNBC, VIX-Jahrestief 14,13 am Tag der Warsh-Rede, 28.08.2026Marktbericht
- CNBC, Warsh verschärft die Inflationswarnung in Jackson Hole, 28.08.2026Marktbericht
- Benzinga, CME-Zinserhöhungswette springt auf 59 %, zweijährige Rendite auf 4,32 %, 28.08.2026Marktbericht
- CNBC, Analystenstimmen nach Jackson Hole und Zinserhöhungswahrscheinlichkeiten, 31.08.2026Marktbericht
- CNBC, Ölpreis nach dem US-Angriff auf Larak in der Straße von Hormus, 31.08.2026Marktbericht
- CNN Business, SPX zurück auf Rekordhoch, Dow über 54.000 Punkte, 04.08.2026Marktbericht
- Börsen-Zeitung, DAX überschreitet erstmals 26.000 PunkteMarktbericht
- ARIVA, Aktien Frankfurt Schluss vom 28.08.2026 (DAX-Rekord nach der Warsh-Rede)Marktbericht
- ARIVA, Aktien Frankfurt Schluss vom 31.08.2026 (DAX-Monatsende nach Rekordhoch)Marktbericht
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