0DTE Optionen versteuern
Wie Gewinne und Verluste aus 0DTE Optionen in Deutschland besteuert werden: Abgeltungsteuer, Sparer-Pauschbetrag und der Wegfall der 20.000-Euro-Grenze für Termingeschäfte durch das Jahressteuergesetz 2024. Sachlich eingeordnet, mit sichtbarem Stand, ohne Steuerberatung.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Steuerstand: 12.07.2026
Diese Seite ersetzt keine Steuerberatung und gibt keine individuellen Empfehlungen. Sie fasst die geltende Rechtslage neutral zusammen. Maßgeblich sind das jeweils gültige Recht und die Angaben des Finanzamts. Die steuerliche Einordnung wird fachlich geprüft.
Gewinne aus 0DTE Optionen zählen in Deutschland zu den Einkünften aus Kapitalvermögen und unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 Prozent, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer.
Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 Euro für Ledige und 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung. Verluste aus Termingeschäften sind seit dem Jahressteuergesetz 2024 unbegrenzt mit Kapitalerträgen verrechenbar. Wie die Positionen entstehen, zeigen die Strategien rund um 0DTE Optionen insgesamt.
Gewinne aus 0DTE Optionen unterliegen der Abgeltungsteuer von 26,375 Prozent, oft zuzüglich Kirchensteuer. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro für Ledige bleiben Kapitalerträge mit Freistellungsauftrag steuerfrei. Seit dem Jahressteuergesetz 2024 sind Verluste aus Termingeschäften wieder unbegrenzt verrechenbar. Bei ausländischen Brokern gibt man die Erträge selbst in der Anlage KAP an.
Wie 0DTE Optionen besteuert werden
Optionen werden steuerlich als Termingeschäfte behandelt. Der Gewinn aus dem Verkauf oder dem Differenzausgleich einer Option zählt nach Paragraf 20 Absatz 2 EStG zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Prämien, die man als Stillhalter für das Schreiben einer Option vereinnahmt, erfasst Paragraf 20 Absatz 1 Nummer 11 EStG. In beiden Fällen greift die Abgeltungsteuer. Wie 0DTE Optionen mechanisch funktionieren, erklären die Grundlagen.
Der Steuersatz beträgt 25 Prozent. Hinzu kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Steuer, sodass sich rechnerisch 26,375 Prozent ergeben. Wer kirchensteuerpflichtig ist, zahlt zusätzlich 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer, je nach Bundesland. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro (ledig) beziehungsweise 2.000 Euro (zusammenveranlagt) bleiben Kapitalerträge steuerfrei, sofern ein Freistellungsauftrag vorliegt.
Die 20.000-Euro-Grenze ist gestrichen
Von 2021 bis 2024 galt für Verluste aus Termingeschäften eine besondere Beschränkung: Solche Verluste durften nur bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus anderen Termingeschäften und mit Stillhalterprämien verrechnet werden (Paragraf 20 Absatz 6 EStG in der alten Fassung). Höhere Verluste wurden vorgetragen. In Extremfällen konnte daraus eine Steuerlast entstehen, obwohl unterm Strich kein Gewinn stand.
Diese Beschränkung gilt nicht mehr. Das Jahressteuergesetz 2024 hat die betreffenden Sätze in Paragraf 20 Absatz 6 EStG ersatzlos gestrichen. Die Streichung wirkt rückwirkend und erfasst alle noch offenen Fälle ab dem Veranlagungszeitraum 2020. Verluste aus Termingeschäften, und dazu zählen Optionen, sind seitdem wieder unbegrenzt mit Gewinnen aus Kapitalvermögen verrechenbar.
Für die eigene Recherche ist das Veröffentlichungsdatum entscheidend: Ältere Ratgeber, Forenbeiträge und Broschüren, die die 20.000-Euro-Grenze noch als aktuellen Nachteil von Termingeschäften nennen, sind überholt. Wer Angaben zur Besteuerung von Optionen prüft, sollte den Stand nach dem Jahressteuergesetz 2024 zugrunde legen. Grundlage ist Paragraf 20 EStG (siehe gesetze-im-internet.de).
Verluste aus Optionen verrechnen
Verluste aus Kapitalvermögen werden nicht ausgezahlt, sondern innerhalb der Kapitaleinkünfte verrechnet. Für Optionen gilt nach dem Wegfall der Sonderregel: Verluste aus Termingeschäften mindern Gewinne aus Termingeschäften und andere Kapitalerträge ohne betragsmäßige Obergrenze. Ein nicht genutzter Verlust wird in die Folgejahre vorgetragen.
Zu beachten bleibt die allgemeine Trennung der Verrechnungskreise: Verluste aus Aktienveräußerungen dürfen weiterhin nur mit Gewinnen aus Aktienveräußerungen verrechnet werden. Diese gesonderte Aktien-Regel in Paragraf 20 Absatz 6 EStG ist von der gestrichenen Termingeschäfts-Grenze unabhängig und besteht fort. Bei einem inländischen Broker führt die Bank die Verrechnung über die Verlustverrechnungstöpfe automatisch durch.
Ausländische Broker und Anlage KAP
Ob Steuer automatisch einbehalten wird, hängt vom Sitz des Brokers ab. Inländische Banken und Broker führen die Kapitalertragsteuer samt Solidaritätszuschlag direkt an das Finanzamt ab und stellen eine Steuerbescheinigung aus. Bei einem inländischen Depot ist die Steuer damit in der Regel abgegolten.
Viele 0DTE-Händler nutzen jedoch ausländische Broker, etwa in den USA. Dort wird keine deutsche Abgeltungsteuer einbehalten. Die Erträge müssen dann selbst in der Anlage KAP der Einkommensteuererklärung angegeben und versteuert werden. Das betrifft Gewinne wie Verluste. Wer über einen ausländischen Broker handelt, sollte die Abrechnungen sammeln und die Umrechnung von Fremdwährungsbeträgen wie US-Dollar in Euro dokumentieren. Fragen zu Broker-Zugang und Depotwahl behandelt der Bereich Deutschland.
Privat oder gewerblich im Überblick
Für die meisten Privatpersonen ist der Handel mit 0DTE Optionen private Vermögensverwaltung und wird über die Einkünfte aus Kapitalvermögen erfasst. In seltenen Fällen kann ein Handel als gewerblich eingestuft werden, etwa bei einem sehr professionellen, händlerähnlichen Auftreten mit eigener Organisation. Die Abgrenzung ist einzelfallabhängig und im Kapitalanlagebereich eng gefasst.
Dieser Überblick ersetzt keine Prüfung des konkreten Falls. Wer unsicher ist, ob eine gewerbliche Einstufung in Betracht kommt, klärt das mit einem Steuerberater oder dem Finanzamt.
Häufige Fragen
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Gilt die 20.000-Euro-Grenze für Termingeschäfte noch?+
Wie verrechnet man Verluste aus Optionen?+
Was gilt steuerlich bei ausländischen Brokern?+
Zählen 0DTE Optionen steuerlich zu den Termingeschäften?+
Wie hoch ist die Steuer auf Gewinne aus 0DTE Optionen?+
Fällt Kirchensteuer auf Optionsgewinne an?+
Muss ich Gewinne bei einem US-Broker selbst versteuern?+
Quellen und Belege
- Paragraf 20 EStG (Einkünfte aus Kapitalvermögen), gesetze-im-internet.dePrimärquelle (Gesetz)
- Bundesministerium der Finanzen, Jahressteuergesetz 2024Primärquelle
- Bundeszentralamt für Steuern, Abgeltungsteuer und Anlage KAPBehörde
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