Implizite Volatilität
Die implizite Volatilität ist die vom Markt erwartete Schwankungsbreite des Basiswerts. Sie ist die zentrale Stellgröße für die Höhe der Optionsprämie.
Die implizite Volatilität ist die vom Markt erwartete Schwankungsbreite des Basiswerts, abgeleitet aus den aktuellen Optionspreisen. Sie ist die zentrale Stellgröße für die Höhe der Prämie: Je höher die implizite Volatilität, desto teurer die Option.
Zusammen mit der Restlaufzeit speist die implizite Volatilität den Zeitwert einer Option. Wie sich Zeitwert und Schwankungsbreite bei täglichem Verfall verhalten, ordnen die Grundlagen zu Zeitwert und Volatilitätein. Alle Begriffe sammelt das Glossar, der Überblick beginnt bei 0DTE Optionen.
Was ist implizite Volatilität?
Die historische Volatilität misst, wie stark ein Kurs in der Vergangenheit geschwankt hat. Die implizite Volatilität blickt dagegen nach vorn: Sie ist der Wert für die künftige Schwankungsbreite, den man aus den beobachteten Optionspreisen zurückrechnet. Sie sagt also, welche Bewegung der Markt gerade einpreist.
Steigt die Nachfrage nach Absicherung, ziehen die Prämien und damit die implizite Volatilität an, oft in fallenden Märkten. Beruhigt sich die Lage, sinkt sie wieder. Weil sie direkt in den Optionspreis eingeht, wirkt sich jede Veränderung unmittelbar auf den Wert bestehender Positionen aus.
Bedeutung bei 0DTE Optionen
Bei 0DTE Optionen ist die Restlaufzeit auf Stunden geschrumpft, deshalb schlägt die implizite Volatilität stark auf die Prämie durch. Eine hohe implizite Volatilität lässt Stillhalter mehr Prämie vereinnahmen, verlangt aber einen entsprechend größeren Puffer, weil der Markt eine breitere Bewegung erwartet.
Ein plötzlicher Anstieg der impliziten Volatilität kann eine verkaufte 0DTE-Position ins Minus drücken, noch bevor sich der Kurs überhaupt bewegt. Umgekehrt hilft ein Rückgang dem Stillhalter zusätzlich zum Zeitwertverfall.
Kurzes Zahlenbeispiel
Zwei 0DTE-Puts am selben Strike unterscheiden sich allein in der impliziten Volatilität. Bei 12 Prozent notiert der Put etwa bei 3,00 Punkten, bei 20 Prozent desselben Tags eher bei 5,00 Punkten. Derselbe Kontrakt bringt dem Stillhalter also mehr Prämie, wenn der Markt eine größere Bewegung erwartet.
Fällt die implizite Volatilität im Tagesverlauf von 20 auf 12 Prozent zurück, verliert der Put schon aus diesem Grund an Wert, unabhängig vom Kurs des Basiswerts.
Quellen und Belege
- Wikipedia, Implizite VolatilitätNachschlagewerk
- CBOE, Produktseite zu 0DTE-Optionen (Kontrakte, Handelszeiten, Settlement)Primärquelle
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